Mehr Veloinfrastruktur statt vermeintliche «Velo-Rowdys» verunglimpfen

Die Stadt Kriens hat eine Stadt-Luzerner Kampagne für mehr Rücksicht zwischen Fussgänger:innen und Leuten auf dem Velo übernommen und letzte Woche lanciert. Zentralplus machte daraus einen Bericht mit Velo-Rowdys-Titel.
Wir finden: Einmal mehr wird am Ziel vorbeigeschossen. Klar – ein paar Unverbesserliche gibt es immer, denn unangemessenes Verhalten ist bekanntlich nicht von der Mobilitätsform abhängig. Dass Fussgänger:innen mit Anstand und Abstand überholt werden sollen, ist für uns selbstverständlich – und wir danken auch den zu Fuss Gehenden für ihre Rücksicht. Dafür setzen wir uns als Organisation seit vielen Jahren ein.
Was dabei wieder einmal nicht zur Sprache kommt: Weshalb werden diese beiden sehr unterschiedlichen Mobilitätsformen denn überhaupt gemischt, wenn es so viele Konflikte auslöst? Genau, weil der motorisierte Individualverkehr sehr viel Mobilitätsfläche ganz selbstverständlich für sich beansprucht, sollen die Kleinen den Rest gefälligst aufteilen. Und die Kleinen fallen darauf hinein und veranstalten den «Krieg der Zwerge» nach dem Motto: Wenn sich der Zweitschwächste mit dem Schwächsten streitet, freut sich der Starke. Denn gefühlt wird der Velofahrer von der Fussgängerin als der rivalisierende Platzkonkurrent wahrgenommen, doch der MIV beansprucht ungleich mehr Platz.
In Kriens besonders ärgerlich: Der Kanton hat die Hauptstrasse in Kriens erst kürzlich saniert – und trotz genügend Platz keinerlei Verbesserungen für Velos umgesetzt.
👉 Es braucht endlich eine faire Aufteilung des Strassenraums – statt Schlagworte wie «Rowdys».
Hier sind die Stadt Kriens und der Kanton Luzern gefordert, ein attraktives Velonetz zu realisieren.
Wir freuen uns auf baldige Verbesserungen und konkrete Pläne.

Bei solchen «Lösungen» sind Nutzungskonflikte vorprogrammiert und nicht Folge von fehlender Rücksichtnahme.


