Sicher über den Bahnhofplatz

Viele wichtige Veloverbindungen führen
über den Bahnhofplatz in Luzern.
Doch ist dieser für Velofahrende sehr
gefährlich. Pro-Velo-Co-Präsidentin
Elena Wiss will das mit einem Postulat im
Stadtparlament ändern.

Die Velostreifen am Bahnhofplatz sind nicht durchgängig, nur 1,5 Meter breit und oft zwischen Fahrspuren für den motorisierten Individualverkehr (MIV) angeordnet. Um zu ihrem Wartebereich zu kommen, müssen Taxis den Velostreifen queren und stehen manchmal sogar darauf. Zudem können sich unverhofft Autotüren Richtung Velofahrende öffnen. Die Doppelgelenkbusse benutzen ab Ende 2026 für die Anfahrt zu den neuen Haltekanten (Durchmesserlinien) den ganzen Velostreifen in diesem Bereich (Bild links).

In Gegenrichtung muss mit dem Velo (in Richtung Bahnhofstrasse) in die mittlere Fahrbahn eingespurt werden, auf der es keine Veloinfrastruktur gibt. Dies bei drei MIV-/Busfahrspuren und einer Car- und Bushaltekante rechts (Bild rechts).

2022 wurde in der Stadt Luzern der Gegenvorschlag zur Veloinitiative von Pro Velo Luzern mit über 71 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Innert zehn Jahren müssen sichere, direkte und durchgängige Velorouten realisiert werden. Der Bahnhofplatz ist ein zentraler Abschnitt des Velohauptroutennetzes, der kaum umfahren werden kann.

Kantonsschüler:innen, Student:innen, Nutzende der Velostation und viele mehr sind auf eine sichere Verbindung über diesen Platz angewiesen. Für eine sichere Veloinfrastruktur bis 2033 auf den Durchgangsbahnhof zu warten ist daher keine Option.

Die Velostandards der Stadt Luzern fordern bei einer Verkehrsstärke von mehr als 15 000 Fahrzeugen pro Tag eine bauliche Trennung des Veloverkehrs. Auf dem Bahnhofplatz verkehren teilweise über 30 000 Fahrzeuge am Tag; erlaubt ist Tempo 50. Da der Bahnhofplatz eine Gemeindestrasse 1. Klasse ist, kann der Grosse Stadtrat eine Prüfung für eine Veloinfrastruktur beauftragen.

Die Doppelgelenkbusse benutzen ab Ende 2026 für die Anfahrt zu den
neuen Haltekanten (Durchmesserlinien) den ganzen Velostreifen in diesem Bereich.
In Gegenrichtung muss mit dem Velo (in Richtung Bahnhofstrasse)
in die mittlere Fahrbahn eingespurt werden, auf der es keine Veloinfrastruktur gibt. Dies bei drei MIV-/Busfahrspuren und einer Car- und Bushaltekante rechts.

Einfache und sichere Lösung

Elena Wiss fordert im Stadtparlament, unterstützt von der Mitte, GLP, Grünen, SP und einem FDP-Mitglied, einen Zweirichtungsradweg entlang von Schifflände und KKL. So könnten Velofahrende einfach und sicher über den Bahnhofplatz geführt werden.

Dazu muss nur eine von drei MIV-/Busfahrspuren umgenutzt werden. Diese baulich getrennte Veloinfrastruktur würde es allen Velofahrenden ermöglichen, den Bahnhofplatz gefahrlos zu überqueren.

Bei der Kreuzung mit der Kantonsstrasse südlich der Seebrücke braucht es eine eigene Fuss- und Veloverkehrsphase. Dies ist aufgrund der Lichtsignalphasen durchaus realisierbar.

Vorteile für alle Verkehrsteilnehmer

Für das Busnetz ist der Bahnhof Luzern entscheidend. Daher muss der Busverkehr beim Bahnhofplatz mit hoher Qualität funktionieren. Der MIV würde leicht an Kapazität einbüssen, kann jedoch weiterhin sicher in beide Richtungen zwischen KKL und Seebrücke, Pilatusstrasse und Zentralstrasse verkehren.

Die Aufenthaltsqualität bei der Schifflände und dem KKL würde steigen. Der Zebrastreifen über die Kantonsstrasse könnte nördlich vom Zweirichtungsradweg zwischen den beiden neuen Verkehrsinseln deutlich verbreitert werden.

Till Hofstetter, Velofachplaner